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Für Wärmepumpenstrom gibt es drei Wege: einen eigenen Wärmepumpentarif auf einem separaten Zähler, einen dynamischen Tarif für den ganzen Haushalt oder einen normalen Tarif mit dem Netzentgelt-Rabatt nach § 14a EnWG. Die Börsenpreise des letzten Winters zeigen, dass Verschieben allein bei der Wärmepumpe wenig bringt. Der größere Hebel ist meist das reduzierte Netzentgelt, und das hängt nicht vom Tariftyp ab.
Lohnt sich ein eigener Stromtarif für die Wärmepumpe?
Ein Wärmepumpentarif ist ein Liefervertrag für einen eigenen Zähler, an dem nur die Wärmepumpe hängt. Günstiger als Haushaltsstrom ist er vor allem wegen der Netzentgelte: Mit Modul 2 nach § 14a EnWG sinkt der Arbeitspreis des Netzentgelts für diesen Zähler auf 40 % des normalen Werts, so die Bundesnetzagentur (abgerufen am 06.11.2026). Der Energiepreis des Lieferanten ist davon unabhängig.
Was Wärmepumpentarife konkret kosten, nennen wir hier nicht. Die Preise hängen von Postleitzahl und Netzgebiet ab und unterscheiden sich zwischen Stadtwerken und überregionalen Anbietern stark. Für einen fairen Vergleich brauchen Sie drei Zahlen aus dem Angebot: Arbeitspreis, Grundpreis und ob die § 14a-Reduzierung darin schon steckt.
Seit dem 1. Januar 2024 ist der eigene Zähler keine Pflicht mehr. Die Wärmepumpe darf auch am Haushaltszähler hängen. Dann gibt es den pauschalen Rabatt aus Modul 1, laut Bundesnetzagentur je nach Netzbetreiber 110 bis 190 € im Jahr (Stand der Angabe: 2023). Wie Sie zwischen beiden Modulen wählen, steht ausführlich unter § 14a EnWG.
Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif mit Wärmepumpe?
Weniger, als die Werbung nahelegt. Eine Wärmepumpe läuft dann am meisten, wenn es kalt ist, und im Winter liegen die Börsenpreise über den Tag enger beieinander als im Sommer. Die Mittagssenke durch Solarstrom fällt kleiner aus.
Die Zahlen aus den Day-Ahead-Preisen von November 2025 bis Februar 2026 (eigene Auswertung der Energy-Charts-Daten, Stundenmittel, mit 19 % Umsatzsteuer):
- Durchschnitt über alle Stunden: 11,97 ct/kWh
- Nachts von 0 bis 6 Uhr: 9,51 ct/kWh
- die vier günstigsten Stunden jedes Tages: 8,79 ct/kWh
- abends von 18 bis 22 Uhr: 13,36 ct/kWh
Zwischen Tagesdurchschnitt und den günstigsten Stunden lagen also gut 3 ct. Davon haben Sie nur etwas, wenn die Wärmepumpe tatsächlich in diesen Stunden läuft, und das schafft sie nur mit Pufferspeicher oder einem trägen Heizsystem wie einer Fußbodenheizung.
Zum Vergleich: Die Tibber-Gebühr beträgt 5,99 € im Monat, also 71,88 € im Jahr (Stand: 06.11.2026). Das Verschieben allein deckt sie im Beispiel nicht. Ob sich der dynamische Tarif trotzdem rechnet, entscheidet der zweite Effekt: wie hoch der durchschnittliche Börsenpreis im Vergleich zum Energieanteil Ihres heutigen Tarifs liegt. Das hängt stark vom Zeitraum ab. Im Winter 2025/26 lag der Börsenpreis brutto bei 11,97 ct, in den letzten 30 Tagen bei 21,90 ct. Mehr dazu unter Preisgarantie oder dynamischer Tarif.
Dynamischer Tarif und Wärmepumpenzähler: geht das zusammen?
Das ist die Frage, die Sie vor dem Abschluss klären sollten. Die dynamischen Tarife, die wir am 6. November 2026 geprüft haben, sind für den Haushaltsstrom beschrieben. Ob ein Anbieter auch einen separaten Wärmepumpenzähler dynamisch beliefert und die Modul-2-Reduzierung weitergibt, steht auf keiner der geprüften Tarifseiten. Fragen Sie das schriftlich nach.
Einfacher ist die Kombination mit einem Zähler: Die Wärmepumpe hängt am Haushaltszähler, Sie nehmen Modul 1 und optional Modul 3 mit zeitvariablen Netzentgelten, und der ganze Haushalt läuft im dynamischen Tarif. Dafür brauchen Sie ein Smart Meter, das bei einer steuerbaren Wärmepumpe ohnehin Pflicht ist. Details im Ratgeber Smart Meter.
Welche dynamischen Tarife es gibt und was sie kosten, steht im Tarifvergleich. Für hohe Verbräuche ist der Aufschlag pro kWh wichtiger als die Monatsgebühr: EnBW und 1KOMMA5° geben den Börsenpreis laut eigener Angabe ohne Aufschlag weiter, Tibber berechnet 2,15 ct/kWh (Stand: 06.11.2026).
Ist ein extra Stromzähler für die Wärmepumpe sinnvoll?
Ab einem gewissen Verbrauch ja. Eine Näherung: Der BDEW nennt für 2026 durchschnittlich 9,2 ct/kWh Netzentgelte im Haushaltsstrompreis (BDEW-Strompreisanalyse, Oktober 2026). Spart Modul 2 davon 60 %, sind das 5,52 ct je kWh vor Umsatzsteuer. Bei 4.000 kWh im Jahr ergibt das rund 220 €, mehr als der höchste Modul-1-Wert von 190 €.
Unter etwa 2.000 kWh Wärmepumpenstrom im Jahr dürfte Modul 1 gleichauf oder vorn liegen, ohne dass Sie einen zweiten Zählerplatz bezahlen. Die genauen Werte stehen im Preisblatt Ihres Netzbetreibers.
Wie viel kostet der Strom für eine Wärmepumpe im Monat?
Das hängt am Verbrauch und am Tarif. Eine Rechnung mit Durchschnittswerten: Der BDEW nennt für Haushalte 2026 im Mittel 37,3 ct/kWh. Bei 4.000 kWh Wärmepumpenstrom sind das 1.492 € im Jahr oder 124,33 € im Monat. Senkt Modul 2 das Netzentgelt um die oben genannten 5,52 ct netto, also 6,57 ct mit Umsatzsteuer, sinkt der Preis auf rund 30,73 ct/kWh, das Jahr kostet dann rund 1.229 €.
Beide Werte sind Näherungen mit Durchschnittszahlen. Ihre echten Kosten stehen auf dem Angebot für Ihre Postleitzahl. Wie der Strompreis pro kWh sich zusammensetzt, erklärt die Seite Was kostet eine kWh Strom?