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Eine Kilowattstunde Strom kostet Haushalte in Deutschland 2026 im Durchschnitt 37,3 ct, so die BDEW-Strompreisanalyse vom Oktober 2026. Der Wert liegt unter dem Vorjahr. Ihr eigener Preis kann deutlich darüber oder darunter liegen, je nach Tarif, Postleitzahl und ob Sie noch in der Grundversorgung sind.
Was kostet eine kWh Strom aktuell?
Es gibt zwei offizielle Durchschnittswerte, die unterschiedlich rechnen:
- BDEW, Oktober 2026: 37,3 ct/kWh im bisherigen Jahresverlauf 2026. Der Verband bildet den Durchschnitt der verfügbaren Tarife ab.
- Bundesnetzagentur, Frühjahr 2025: 40,1 ct/kWh, etwa 4 % weniger als im Jahr davor (Pressemitteilung zum Monitoringbericht 2025). Dieser Wert ist älter und folgt einer anderen Methode.
Für den Vergleich mit Ihrer Rechnung nehmen wir hier den aktuelleren BDEW-Wert.
Was heute an der Strombörse gehandelt wird, ist eine andere Zahl. Der Day-Ahead-Preis lag vom 8. Oktober bis 6. November 2026 im Mittel bei 18,40 ct/kWh netto, über die zwölf Monate von November 2025 bis Oktober 2026 bei 11,13 ct (eigene Auswertung der Energy-Charts-Daten). Er ist nur ein Baustein des Endpreises. Netzentgelte, Steuern und Abgaben kommen immer hinzu. Den Börsenpreis für heute und morgen zeigt die Seite Börsenstrompreis.
Woraus setzt sich der Strompreis zusammen?
Der BDEW teilt die 37,3 ct für 2026 in drei Blöcke:
| Bestandteil | ct/kWh | Anteil |
|---|---|---|
| Beschaffung und Vertrieb | 15,4 | 41 % |
| Netzentgelte | 9,2 | 25 % |
| Steuern, Abgaben und Umlagen | 12,6 | 34 % |
Quelle: BDEW-Strompreisanalyse, Oktober 2026; Anteile von uns berechnet. Die drei Blöcke ergeben gerundet 37,2 ct, die Abweichung zum Gesamtwert erklärt der BDEW nicht.
Beschaffung und Vertrieb ist der Teil, den Ihr Lieferant beeinflusst: Einkauf an der Börse und auf dem Terminmarkt, Vertriebskosten, Marge. Nur hier unterscheiden sich die Anbieter wirklich.
Netzentgelte zahlen Sie für die Nutzung des Stromnetzes, egal bei wem Sie Strom kaufen. Sie lagen laut BDEW 2026 um 1,7 ct/kWh unter dem Vorjahr, weil der Bund die Übertragungsnetzentgelte bezuschusst. Für Wärmepumpen und Wallboxen gibt es nach § 14a EnWG einen Rabatt, siehe § 14a EnWG.
Steuern, Abgaben und Umlagen umfassen Stromsteuer, Konzessionsabgabe, Umlagen und die Umsatzsteuer. Der Block blieb 2026 laut BDEW unverändert.
Wenn Sie den Anbieter wechseln, ändert sich also nur gut ein Drittel des Preises. Der Rest bleibt, weil Netz und Steuern für alle Lieferanten gleich sind.
Wie viel kosten 2.500, 3.500 oder 5.000 kWh Strom?
Mit dem BDEW-Durchschnitt von 37,3 ct/kWh gerechnet:
| Jahresverbrauch | pro Jahr | pro Monat |
|---|---|---|
| 1.500 kWh | 559,50 € | 46,63 € |
| 2.500 kWh | 932,50 € | 77,71 € |
| 3.500 kWh | 1.305,50 € | 108,79 € |
| 5.000 kWh | 1.865,00 € | 155,42 € |
Das sind Durchschnittswerte. Wer einen günstigen Neukundentarif hat, zahlt weniger, wer in einem alten Vertrag oder in der Grundversorgung steckt, oft mehr. Ihren Jahresverbrauch finden Sie auf der letzten Jahresabrechnung.
Was kostet die kWh im dynamischen Tarif?
Im dynamischen Tarif ändert sich der Preis jede Viertelstunde. Er setzt sich aus einem festen Teil für Netz, Steuern und Abgaben und dem variablen Börsenpreis zusammen. Ein Beispiel mit echten Zahlen:
EWS Schönau nennt für Ökostrom Dynamisch einen festen Arbeitspreis von 20,10 ct/kWh brutto für Steuern, Abgaben und sonstige Kosten, dazu kommt der Börsenpreis und ein Grundpreis von 13,90 € im Monat (Stand: 06.11.2026). Rechnet man den Börsenpreis mit Umsatzsteuer hinzu, ergibt das:
- mit dem Mittel der letzten 30 Tage (21,90 ct brutto): 42,00 ct/kWh,
- mit dem Mittel der letzten zwölf Monate (13,24 ct brutto): 33,34 ct/kWh.
Der feste Teil hängt bei den meisten Anbietern von Ihrer Postleitzahl ab, weil die Netzentgelte regional verschieden sind. Das Beispiel zeigt vor allem, wie stark der Börsenpreis den Endpreis bewegt: Zwischen beiden Zeiträumen liegen 8,66 ct je kWh. Welche dynamischen Tarife es gibt, steht im Tarifvergleich.
Ist mein Strompreis zu hoch?
Rechnen Sie Ihren Preis pro kWh inklusive Grundpreis aus: Jahreskosten laut Abrechnung geteilt durch den Jahresverbrauch. Liegt das Ergebnis deutlich über 37,3 ct, lohnt sich ein Blick auf andere Tarife.
Drei häufige Gründe für einen hohen Preis:
- Grundversorgung. Laut Bundesnetzagentur waren 2024 noch rund 22 % der Stromkunden in der Grundversorgung. Wie Sie dort herauskommen, steht unter Grundversorgung Strom.
- Alter Vertrag nach Preiserhöhung. Bei jeder Preiserhöhung haben Sie ein Sonderkündigungsrecht, siehe Stromvertrag kündigen.
- Kein Wechsel seit Jahren. Der Wechsel ist kostenlos und läuft seit Juni 2025 technisch binnen 24 Stunden (Bundesnetzagentur). Die Schritte stehen unter Stromanbieter wechseln.
