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Börsenstrom 6. November 2026: Ø 27,6 ct/kWh (min 22,0, max 36,9)Stundenpreise ansehen →

Ratgeber

Nachtstrom: Ist Strom nachts wirklich günstiger?

Nachts ist Strom an der Börse oft günstiger, im Sommer aber mittags. Was Nachtstromtarife und dynamische Tarife bringen, mit zwölf Monaten Preisdaten.

Lohnt sich ein dynamischer Tarif für Sie?Drei Angaben, alle Tarife nach Jahreskosten sortiert, mit echten Börsenpreisen.Zum Rechner →

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An der Strombörse ist Strom nachts meist günstiger als tagsüber, im Sommer aber nicht. Von November 2025 bis Oktober 2026 kostete die Kilowattstunde zwischen 0 und 6 Uhr im Mittel 13,11 ct, zwischen 10 und 16 Uhr nur 7,96 ct und abends zwischen 18 und 22 Uhr 18,60 ct, jeweils Börsenpreis mit Umsatzsteuer (eigene Auswertung der Energy-Charts-Daten). Ob Sie davon etwas haben, hängt am Tarif: Mit einem normalen Festpreis kostet jede Stunde gleich viel.

Wann ist Strom billiger, Tag oder Nacht?

Das wechselt mit der Jahreszeit. Im Winter ist die Nacht die günstigste Zeit, weil kaum Solarstrom ins Netz kommt und nachts wenig verbraucht wird. Ab März schiebt sich die Mittagszeit nach vorn, wenn Solaranlagen mehr einspeisen, als gebraucht wird.

Die Monatsmittel im Überblick (Börsenpreis in ct/kWh netto, Mittel der Viertelstundenpreise je Zeitfenster):

MonatNacht 0–6 UhrMittag 10–16 UhrAbend 18–22 Uhr
November 20257,6510,4211,50
Dezember 20257,2510,0010,13
Januar 20268,7311,4912,18
Februar 20268,378,8711,09
März 20269,594,5015,30
April 20269,630,5713,07
Mai 202612,102,1915,83
Juni 202611,584,3019,10
Juli 202613,353,3315,29
August 202614,565,0318,90
September 202614,476,5622,67
Oktober 202614,5413,0322,23

Quelle: eigene Auswertung der Day-Ahead-Preise von Energy-Charts (Fraunhofer ISE, Daten: Bundesnetzagentur | SMARD.de, CC BY 4.0).

Zwei Dinge fallen auf. Der Abend war in jedem Monat die teuerste der drei Zeiten. Und von März bis Oktober lag der Mittag teils weit unter der Nacht, im April im Mittel bei 0,57 ct. Eine feste Regel „Strom nachts verbrauchen" stimmt also nur im Winterhalbjahr.

Auch die letzten Wochen zeigen das Muster: Vom 8. Oktober bis 6. November 2026 war die Nacht zwischen 0 und 6 Uhr an 28 von 30 Tagen günstiger als der Tagesdurchschnitt von 6 bis 22 Uhr. Das günstigste Vier-Stunden-Fenster lag aber an 17 Tagen um die Mittagszeit. Welche Stunden heute und morgen am günstigsten sind, zeigt der Börsenstrompreis heute und morgen.

Gibt es heute noch Nachtstromtarife?

Ja, vor allem für Heizungen. Klassischer Nachtstrom läuft über einen Zweitarifzähler, der zwei Zählwerke hat: eines für den Hochtarif am Tag (HT) und eines für den Niedertarif in der Nacht (NT). Der Tarif hat entsprechend zwei Arbeitspreise.

Angeboten werden HT/NT-Tarife heute vor allem für Nachtspeicherheizungen und Wärmepumpen mit eigenem Zähler. Für normalen Haushaltsstrom sind sie selten geworden. Was bei Heizstrom zu beachten ist, steht im Ratgeber Heizstrom für Nachtspeicherheizungen.

Der Nachteil des klassischen Nachtstroms: Das Zeitfenster steht fest. Es richtet sich nach den Vorgaben des Netzbetreibers, nicht nach dem Börsenpreis des Tages. An einem sonnigen Apriltag zahlen Sie nachts den NT-Preis, obwohl der Strom mittags an der Börse fast nichts kostet.

Wann geht der Nachtstrom an?

Das legt Ihr Netzbetreiber fest, ein bundesweit einheitliches Zeitfenster gibt es nicht. Die Zeiten stehen in Ihrem Liefervertrag oder auf dem Preisblatt Ihres Netzbetreibers. Manche Zweitarifzähler zeigen zudem an, welches Zählwerk gerade läuft.

Bei den neuen zeitvariablen Netzentgelten nach § 14a EnWG (Modul 3) gilt etwas Ähnliches: Der Netzbetreiber legt für jedes Jahr Zeitfenster mit Hoch-, Standard- und Niedrigtarif fest. Das betrifft aber nur das Netzentgelt und nur steuerbare Geräte wie Wärmepumpe oder Wallbox. Mehr dazu unter § 14a EnWG.

Lohnt sich ein dynamischer Tarif statt Nachtstrom?

Für Geräte, die zu flexiblen Zeiten laufen können, ja. Ein dynamischer Tarif gibt Ihnen den Börsenpreis jeder Stunde weiter, also nachts den Nachtpreis und an sonnigen Tagen den Mittagspreis. Wie groß der Unterschied ist, zeigt die Rechnung.

Die Rechnung zeigt auch die Grenze. Ohne Automatik trifft kaum jemand jeden Tag die günstigsten Stunden. Und die Ersparnis von gut 60 € durchs Nachtwaschen deckt die Gebühr eines dynamischen Tarifs gerade so: Tibber verlangt 5,99 € im Monat, also 71,88 € im Jahr, Rabot 4,99 € (Stand: 06.11.2026). Für einen Haushalt ohne E-Auto, Wärmepumpe oder Speicher ist das ein Nullsummenspiel. Mit E-Auto sieht es deutlich besser aus, siehe Stromtarif fürs E-Auto.

Für einen dynamischen Tarif brauchen Sie in aller Regel ein Smart Meter, weil nur das Ihren Verbrauch je Viertelstunde erfasst. Ohne Smart Meter rechnen Anbieter wie Rabot nach einem Standardprofil ab, dann zählt die Uhrzeit nicht. Details im Ratgeber Smart Meter.

Häufige Fragen

Ist Strom nachts im Festpreistarif günstiger?

Nein. Mit einem normalen Eintarifzähler und festem Arbeitspreis kostet die Kilowattstunde um 3 Uhr nachts genauso viel wie um 19 Uhr. Günstiger wird es nachts nur mit einem HT/NT-Tarif oder einem dynamischen Tarif.

Wann sollte ich die Waschmaschine anstellen?

Mit dynamischem Tarif im Winter meist nachts, von Frühjahr bis Herbst an sonnigen Tagen eher mittags. Den passenden Startzeitpunkt für Ihr Gerät berechnet der Geräte-Planer mit den Börsenpreisen von heute und morgen.

Warum ist Strom abends so teuer?

Abends steigt der Verbrauch, während die Solaranlagen nichts mehr liefern. Dann müssen teurere Kraftwerke einspringen. In den letzten zwölf Monaten war das Zeitfenster von 18 bis 22 Uhr in jedem Monat das teuerste der drei Fenster in der Tabelle oben.