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Börsenstrom 6. November 2026: Ø 27,6 ct/kWh (min 22,0, max 36,9)Stundenpreise ansehen →

Ratgeber

Heizstrom für die Nachtspeicherheizung: Tarife im Vergleich

Heizstrom mit Nachtstromzeiten oder dynamischer Tarif für die Nachtspeicherheizung: was die Börsenpreise im Winter hergeben und was Sie prüfen sollten.

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Heizstrom ist Strom für eine elektrische Heizung, meist eine Nachtspeicherheizung, die über einen eigenen Zähler mit günstigerem Nachttarif läuft. Beim Vergleich zählt vor allem der Niedertarif-Arbeitspreis, denn den größten Teil ihres Stroms ziehen Speicherheizungen nachts. Ein dynamischer Tarif bringt im Winter an der Börse nur wenig mehr als das feste Nachtfenster, wie die Preise von November 2025 bis Februar 2026 zeigen.

Was ist Heizstrom?

Heizstrom ist kein anderer Strom, sondern ein anderer Tarif. Der Zähler der Heizung ist getrennt vom Haushaltszähler, und der Tarif hat meist zwei Arbeitspreise: einen Hochtarif (HT) für den Tag und einen Niedertarif (NT) für die Nacht. Die Heizung lädt ihre Speichersteine in den Nachtstunden auf und gibt die Wärme tagsüber ab.

Günstiger als Haushaltsstrom ist Heizstrom vor allem wegen der Netzentgelte. Nachtspeicherheizungen sind steuerbar, der Netzbetreiber gibt das Laden frei. Dafür zahlen Sie ein reduziertes Netzentgelt. Diese Regel steht heute in § 14a EnWG, der Nachtspeicherheizungen ausdrücklich als steuerbare Verbrauchseinrichtungen nennt (Gesetzestext).

Einen bundesweiten Heizstrompreis gibt es nicht. Arbeitspreise, Nachtfenster und Netzentgelte hängen vom Netzgebiet ab. Deshalb steht hier keine Preistabelle; jeder Wert wäre für die meisten Leser falsch.

Gelten für Nachtspeicher die neuen § 14a-Regeln?

Noch nicht. Für Nachtspeicherheizungen gelten die alten Regeln laut Bundesnetzagentur unverändert bis zum 31. Dezember 2028. Danach sollen sie in die neue Systematik mit den Modulen 1 bis 3 wechseln. An einer anderen Stelle derselben Seite heißt es, die alten Regeln gälten bis zur Stilllegung. Die Angaben sind also nicht ganz eindeutig; fragen Sie im Zweifel Ihren Netzbetreiber.

Für Ihren Heizstromtarif heißt das bis Ende 2028: Am reduzierten Netzentgelt ändert sich nichts, egal welchen Lieferanten Sie wählen. Was die Module 1 bis 3 für neue Geräte bedeuten, steht unter § 14a EnWG.

Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif für die Nachtspeicherheizung?

An der Börse gibt es im Winter wenig zu holen, solange die Heizung ohnehin nachts lädt. Im Winter 2025/26 kostete die Kilowattstunde zwischen 22 und 6 Uhr im Mittel 9,83 ct mit Umsatzsteuer, die acht günstigsten Stunden jedes Tages kosteten 9,30 ct (eigene Auswertung der Energy-Charts-Daten). Im Winter liegen die günstigsten Stunden meist in der Nacht: An 96 von 120 Tagen begann das günstigste Vier-Stunden-Fenster nachts.

Die Börsenrechnung ist aber nur ein Teil. Zwei praktische Fragen entscheiden mehr:

Beliefert der Anbieter den Heizstromzähler? Die dynamischen Tarife, deren Bedingungen wir am 6. November 2026 geprüft haben, beschreiben die Belieferung von Haushaltsstrom über ein Smart Meter. Ob ein Anbieter einen separaten Heizstromzähler beliefert und das reduzierte Netzentgelt weitergibt, steht auf keiner der Tarifseiten. Hängen Sie die Heizung an einen normalen Haushaltszähler, verlieren Sie unter Umständen das reduzierte Netzentgelt. Das kostet mehr, als die Börse einbringt.

Lädt die Heizung, wann der Preis niedrig ist? Eine Nachtspeicherheizung lädt in der Regel, wenn der Netzbetreiber das Ladesignal gibt. Damit sie dem Börsenpreis folgt, braucht es eine Steuerung, die das Laden nach Preis freigibt. Die gibt es bei älteren Anlagen meist nicht.

Unser Urteil: Für eine bestehende Nachtspeicherheizung mit funktionierendem Zweitarifzähler ist ein günstiger klassischer Heizstromtarif die einfachere Wahl. Ein dynamischer Tarif lohnt sich erst, wenn der Anbieter den Heizstromzähler beliefert und die Heizung preisgesteuert laden kann.

Worauf achte ich beim Heizstrom-Vergleich?

  • Niedertarif-Arbeitspreis zuerst. Bei einer Nachtspeicherheizung entfällt der Großteil des Verbrauchs auf den NT. Ein niedriger HT-Preis nützt wenig.
  • Grundpreis für den Heizstromzähler. Er fällt jeden Monat an, auch im Sommer.
  • Nachtfenster. Die Zeiten legt der Netzbetreiber fest; sie stehen im Vertrag oder auf dem Preisblatt. Mehr zu Nachtstromzeiten im Ratgeber Nachtstrom.
  • Laufzeit und Kündigungsfrist. Laut Bundesnetzagentur darf die Erstlaufzeit höchstens zwei Jahre betragen; danach können Sie mit höchstens einem Monat Frist kündigen.
  • Preisgarantie. Heizstrom wird im Winter verbraucht. Ein Preis, der nach dem ersten Winter steigt, trifft voll. Was eine Preisgarantie abdeckt und was nicht, steht unter Preisgarantie oder dynamischer Tarif.

Wechseln können Sie den Heizstromlieferanten wie beim Haushaltsstrom. Der Ablauf steht unter Stromanbieter wechseln.

Und wenn statt der Nachtspeicherheizung eine Wärmepumpe kommt?

Dann ändern sich die Regeln. Eine neue Wärmepumpe über 4,2 kW fällt unter das neue § 14a mit Modul 1, 2 oder 3, und ein eigener Zähler ist keine Pflicht mehr. Welcher Tarif dann passt, steht im Ratgeber Stromtarif für die Wärmepumpe.