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Börsenstrom 6. November 2026: Ø 27,6 ct/kWh (min 22,0, max 36,9)Stundenpreise ansehen →

Festpreis gegen dynamisch

Preisgarantie oder dynamischer Stromtarif?

Preisgarantie oder Börsenpreis: was zwölf Monate Börsenpreise über beide Tarifarten sagen und für wen sich welcher Weg lohnt.

Dieser Artikel enthält Werbelinks, gekennzeichnet mit Anzeige. Mehr dazu unter So arbeiten wir.

Eine Preisgarantie schützt Sie vor steigenden Preisen, ein dynamischer Tarif gibt Ihnen den Börsenpreis weiter, im Guten wie im Schlechten. In den zwölf Monaten von November 2025 bis Oktober 2026 wäre ein dynamischer Tarif für einen Haushalt ohne verschiebbaren Verbrauch knapp günstiger gewesen. Seit September 2026 ist er es nicht mehr. Wer nichts verschieben kann und Planbarkeit will, fährt mit einem guten Festpreis ruhiger.

Was bedeutet eine Preisgarantie beim Strom?

Mit einer Preisgarantie verspricht der Lieferant, seinen Preis für einen festen Zeitraum nicht zu erhöhen. Der Zeitraum ist meist an die Erstlaufzeit gekoppelt, und die darf laut Bundesnetzagentur höchstens zwei Jahre dauern.

Entscheidend ist, was die Garantie umfasst:

  • Volle Preisgarantie: Der Preis bleibt gleich, auch wenn Netzentgelte, Umlagen oder Steuern steigen. Ausgenommen ist meist nur eine gesetzliche Änderung der Umsatzsteuer.
  • Eingeschränkte Preisgarantie: Garantiert ist nur der Teil, den der Lieferant selbst bestimmt, also Beschaffung, Vertrieb und Marge. Steigen Netzentgelte oder staatliche Bestandteile, darf er das weitergeben.

Bei einer eingeschränkten Garantie ist also nur gut ein Drittel des Preises fest. Der BDEW nennt für 2026 im Durchschnitt 15,4 ct/kWh für Beschaffung und Vertrieb, 9,2 ct für Netzentgelte und 12,6 ct für Steuern, Abgaben und Umlagen (BDEW-Strompreisanalyse, Oktober 2026).

Erhöht ein Lieferant den Preis, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht ohne Frist zum Tag der Erhöhung. Ausgenommen ist die unveränderte Weitergabe einer Umsatzsteueränderung (§ 41 Abs. 5 und 6 EnWG). Mehr dazu unter Stromvertrag kündigen.

Wie funktioniert der dynamische Tarif im Vergleich?

Im dynamischen Tarif ändert sich der Energiepreis jede Viertelstunde mit dem Day-Ahead-Preis der Börse. Netzentgelte, Steuern und Abgaben sind genauso hoch wie im Festpreistarif. Der Unterschied liegt nur im Energieanteil: Börsenpreis plus Aufschlag des Anbieters statt eines festen Preises für Beschaffung und Vertrieb.

Wie stark der Börsenpreis schwankt, zeigen die Monatsmittel (eigene Auswertung der Energy-Charts-Daten, Mittel der Viertelstundenpreise; mit Aufschlag: Börsenpreis brutto plus 2,15 ct/kWh, wie ihn Tibber berechnet):

MonatBörsenpreis nettobruttomit Aufschlag
November 202510,1912,1314,28
Dezember 20259,3511,1313,28
Januar 202611,0113,1015,25
Februar 20269,6611,5013,65
März 20269,9311,8213,97
April 20267,859,3411,49
Mai 20269,7511,6013,75
Juni 202610,9513,0315,18
Juli 202610,5412,5414,69
August 202612,6915,1017,25
September 202614,4817,2319,38
Oktober 202616,9320,1522,30

Alle Werte in ct/kWh. Den BDEW-Durchschnitt für Beschaffung und Vertrieb von 15,4 ct netto, also 18,33 ct mit Umsatzsteuer, unterschritt der dynamische Energiepreis mit Aufschlag in zehn von zwölf Monaten. Im September und Oktober 2026 lag er darüber. Tibber sagt in seinem Support-Artikel nicht, ob die 2,15 ct brutto oder netto sind; wir rechnen sie als Bruttowert (Stand: 06.11.2026).

Ist ein Festpreis oder ein dynamischer Tarif günstiger?

Über die letzten zwölf Monate gerechnet knapp der dynamische, aktuell der Festpreis. Ein Beispiel ohne jede Verschiebung:

Das Beispiel zeigt das eigentliche Risiko. Ohne Verschiebung spart der dynamische Tarif in einem ruhigen Jahr wenig und kostet in einem teuren Jahr deutlich mehr. Die Woche vom 31. Oktober bis 6. November 2026 lag mit 25,74 ct netto im Mittel rund 40 % über dem Durchschnitt der letzten 30 Tage.

Anders sieht es aus, wenn Sie Verbrauch verschieben können. Ein E-Auto, das in den vier günstigsten Stunden jedes Tages lädt, hätte 2.000 kWh in den letzten zwölf Monaten für 117,32 € Energie geladen, abends für 372,09 €. Die Rechnung steht unter Stromtarif fürs E-Auto. Für Ihren eigenen Verbrauch nutzen Sie den Ersparnis-Rechner.

Für wen lohnt sich welcher Tarif?

Festpreis mit Preisgarantie, wenn Sie

  • wenig verbrauchen und nichts automatisch steuern können,
  • feste Monatsabschläge wollen und eine teure Rechnung im Winter Sie stören würde,
  • gerade einen günstigen Festpreis angeboten bekommen. Den sollten Sie nicht aufgeben, nur weil die Börse an einzelnen Tagen billig ist.

Dynamischer Tarif, wenn Sie

  • ein E-Auto mit Ladesteuerung, einen Batteriespeicher oder eine preisgesteuerte Wärmepumpe haben,
  • ein Smart Meter haben oder bekommen, siehe Smart Meter,
  • Schwankungen aushalten und monatlich kündbar bleiben wollen. Tibber hat keine Bindungszeit, Rabot einen Monat Kündigungsfrist (Stand: 06.11.2026).

Wer unsicher ist, kann beides verbinden: Rabot bietet neben rabot.dynamic auch rabot.comfort an, einen dynamischen Tarif mit Preisdeckel und 12 Monaten Laufzeit. Wo der Deckel liegt, haben wir nicht geprüft; schauen Sie sich das an, bevor Sie sich ein Jahr binden. Ausführlicher zu den Risiken: Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?